Pressemitteilung

Itzehoe, 02.05.2013

Ministerpräsident Torsten Albig gibt Startschuss für das Innovationcluster Leistungselektronik für Regenerative Energieversorgung am Fraunhofer ISIT

Itzehoe hat sich in den vergangenen Jahren zu einem international bedeutenden Zentrum für Leistungselektronik entwickelt. Die Basis dafür bildet die sehr gute und langjährige Zusammenarbeit des Fraunhofer ISIT mit dem Unternehmen Vishay. Zahlreiche bilaterale Projekte des ISIT mit weiteren Unternehmen und öffentlich geförderte Projekte, wie vor allem das ‚Kompetenzzentrum Leistungselektronik Schleswig-Holstein’ (KLSH), haben diese Position gefestigt. Nun geht ein weiteres, viel versprechendes Vorhaben an den Start: das Innovationscluster Leistungselektronik für Regenerative Energieversorgung. Mit finanzieller Unterstützung des Landes und mit zentralen Mitteln der Fraunhofer-Gesellschaft erweitert das Fraunhofer ISIT mit diesem Innovationscluster das bereits bestehende Netzwerk für Leistungselektronik und führt die in 2008 begonnene erfolgreiche Aufbauarbeit für ein regionales Netzwerk fort. Itzehoe wird so Standort einer der von der Fraunhofer-Gesellschaft im Rahmen der High-Tech-Initiative der Bundesregierung organisierten Innovationscluster.

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung mit den am Projekt beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen gab heute der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein mit der Überreichung des Förderbescheides an den Leiter des Fraunhofer ISIT Prof. Wolfgang Benecke den offiziellen Startschuss für dieses Vorhaben. Der finanzielle Rahmen für den Innovationscluster umfasst vier Millionen Euro, wovon das Land und die Fraunhofer-Gesellschaft jeweils eine Millionen Euro tragen und die anderen zwei Millionen Euro die beteiligten Partner aufbringen. Für Arbeiten des Innovationsclusters in Niedersachsen sind weitere Mittel des Landes Niedersachsen und von Industriepartnern vorgesehen.

Der Ministerpräsident würdigte das Fraunhofer ISIT als „Zukunftswerkstatt des Landes“: „In diesem Förderbescheid steckt eine gute Investition in die Zukunft unseres Landes. Das ISIT trägt mit dem neuen Innovationscluster Leistungselektronik entscheidend dazu bei, wichtige Themen wie die Energiewende zu bewältigen“, sagte Albig. Damit werde Schleswig-Holstein als Energie- und Wirtschaftsland gestärkt.

Der neue Innovationscluster, an dem sich die FH-Westküste, die CAU Kiel, die FH-Kiel auf Forschungsseite sowie die Unternehmen Vishay, Siliconix Itzehoe, Danfoss Silicon Power, REpower Systems, Dispatch Energy Innovations und Reese und Thies Industrieelektronik auf Industrieseite beteiligen, zielt auf die Entwicklung von leistungselektronischen Systemen für regenerative Energien vor allem für Windenergieanlagen. Aus diesem Grund haben die Initiatoren vom Fraunhofer ISIT auch die Kollegen des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES, Bremerhaven, Hannover, mit ins Boot geholt. Die IWES-Wissenschaftler werden mit ihrem breit angelegten Know How in Sachen Windenergie - angefangen bei der Materialentwicklung bis hin zu Fragen zur Netzoptimerung – die Experten für Leistungselektronik im neuen Cluster kompetent unterstützen.

Schleswig-Holstein bietet für die Schaffung eines Fraunhofer-Innovationsclusters mit einem Schwerpunkt im Windbereich optimale Voraussetzungen, denn sowohl das Vorhandensein und die Zusammenarbeit starker Partner als auch eine hohe Zahl potenzieller Kunden in der Region stellen wesentliche Erfolgsfaktoren dar. Die Windenergie in Schleswig-Holstein hat schon jetzt bundesweit eine große Bedeutung. Darüber hinaus verfügt die Region über ein beträchtliches Flächenpotenzial für den Ausbau der Windenergie an Land und im Wasser. So sind derzeit etwa 20 Offshore Windpark-Projekte genehmigt. Zugleich ist Schleswig-Holstein Sitz zahlreicher Unternehmen der Windenergiebranche: von Anlagenherstellern und Zulieferindustrie über Windpark-Projektierer und –Betreiber bis hin zu Service-Dienstleistern für die Instandhaltung.

Der Innovationscluster wird einerseits den Informationsaustausch zwischen den Cluster-Mitgliedern und weiteren externen Interessenten durch Veranstaltungen, Messeauftritte, sowie Beratungs- und Servicedienstleistungen verbessern und zum anderen konkrete gemeinsam abgestimmter Forschungsvorhaben zum Thema Leistungselektronik für Windenergieanlagen initiieren und durchführen, einem überaus zukunftsträchtigen Technologiefeld mit vielfältigen Anwendungen. Denn die Leistungselektronik hat sich zu einer Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts entwickelt. Sie garantiert Energieeffizienz, von der Erzeugung bis hin zum Verbraucher und ist somit der entscheidende Hebel zur Energieeinsparung durch bedarfsgerechten Energieverbrauch und bei der Nutzung regenerativer Energie geworden. Sie bietet das adäquate Mittel, um den steigenden Strompreisen zu begegnen.

Mit der zunehmenden Bedeutung der regenerativen Stromerzeugung durch Windkraftlagen steigen natürlich auch die Anforderungen an die Qualität des in das Netz eingespeisten Stroms. Hersteller von Windkraftanlagen müssen die Zuverlässigkeit der eingesetzten Komponenten deutlich erhöhen, insbesondere vor dem Hintergrund des Offshore-Betriebs von Windkraftanlagen unter extrem rauen Umgebungsbedingungen. Daraus ergeben sich wesentliche Forderungen an die zu entwickelnden leistungselektronischen Systeme im Rahmen des Innovationsclusters: es geht um einen besseren Wirkungsgrad, um die Erhöhung der Lebensdauer, um die Reduzierung der Kosten und um die Verkleinerung der Systeme. Gewicht und Volumen der Komponenten sind insbesondere dann Begrenzungen unterlegen, wenn sie in den Gondeln von Windturbinen Platz finden sollen.

Für die Fraunhoferinstitute ISIT und IWES bietet der Start dieses Innovationsclusters eine hervorragende Organisationsform, um sich konsequent mit seinen Entwicklungen vom Bedarf der Industrie leiten zu lassen. Der gleichzeitige Austausch mit den Hochschulpartnern gewährleistet die Berücksichtigung der neusten Forschungsergebnisse und bietet die Möglichkeit, Hochschulabsolventen für die Beschäftigung mit dem Schlüsselthema leistungselektronischer Komponenten zu gewinnen. Die Arbeiten des Innovationsclusters werden verschiedene Einzelentwicklungen der Partner verbinden, den Informationsaustausch systematisieren und bestehende Kooperationen stärken. Das ISIT wird die Zusammenarbeit im Innovationscluster nutzen, eigene Kompetenzen im Gebiet von Systemen der Leistungselektronik mit hoher Sichtbarkeit darzustellen, Unternehmen stärker an das Institut zu binden und neue Partner für Kooperationsprojekte zu gewinnen.